MOVIE | Zero Dark Thirty – Folter als Mittel zum Zweck

Zero Dark Thirty nennt sich das jüngste Werk der Regisseurin Kathryn Bigelow. Der Film behandelt die Jagt der CIA und des US Militärs auf Amerikas Staatsfeind Nummer Eins, Osama Bin Laden.

 

Mitunter steht die Folter von Kriegsgefangenen im Mittelpunkt der Handlung von Zero Dark Thirty. Folter, im speziellen das sogenannte Waterboarding, war und ist eine geläufige Methode der US-Militärs um Geständnisse zu erzwingen und demzufolge darf, bzw. muss sie in einem solchen Film dann auch stattfinden. Zum einen rechtfertigt dies die schonungslose Darstellung des Waterboarding, zum anderen sorgt die Tatsache, dass aber keinerlei Stellungnahme zu dieser Thematik bezogen wird, für einen doch leicht zwiespältigen Beigeschmack beim Publikum.

 

In der Anfangssequenz von Zero Dark Thirty wird die verschärfte Form des Waterboarding gezeigt, bei der ein Gefangener mit orientalischen Gesichtszügen gefesselt dieser Art der Folter ausgesetzt wird. Beim Waterboarding wird dem hilflosen Opfer ein Tuch über Mund und Nase gelegt, welches  immer wieder mit Wasser überschüttet wird, sodass der Gefangene das Gefühl bekommt, zu ertrinken. Es gibt zwei Arten des Waterboarding. Einmal die abgeschwächte Form, bei der das Opfer so fixiert wird, dass der Kopf nach unten zeigt, um ein tatsächliches Ertrinken durch das Eindringen von Wasser in die Lunge zu verhindern. Die im Film gezeigte Variante ist jedoch die härtere Form, bei welcher der Gefangene steht und unter Umständen tatsächlich Gefahr läuft, dass sich seine Lunge mit Wasser füllt.

 

Trotz dieser drastischen Bilder lässt es Kathryn Bigelow nicht zustande kommen, dass auch nur einer der Darsteller in irgendeiner Weise Stellung gegenüber dem Thema Folter bezieht. Der Zuschauer tappt diesbezüglich auf voller Filmlänge im Dunklen. Der emotionale Fokus liegt bei allen Darstellern lediglich und sehr deutlich auf der Gesinnung, Osama Bin Laden ausfindig zu machen und voller Eifer und Tatendrang an der Umsetzung dieses Vorhabens zu arbeiten. So ist zum Beispiel auch Maya, eine der Hauptdarsteller und gespielt von Jessica Castain, in keinster Weise eine transparente Figur. Hintergründe oder Reflexionen zum Gezeigten, das alles ist in Zero Dark Thirty nicht Gegenstand der Handlung.

 

Was aber beständig und auch sehr deutlich zum Vorschein kommt, ist der missionarische Eifer und die Geisteshaltung der Darsteller. Es werden in Zero Dark Thirty keine sadistischen Schlächter und Folterknechte in Szene gesetzt, das Hauptaugenmerk liegt auf Patriotismus, dem Vaterland einen Dienst erweisen, den Auftrag der Regierung Bush erfüllen. Die Personen, die in Zero Dark Thirty ihre Gefangenen foltern, machen lediglich ihre Arbeit. Und das definitiv nicht aus reinem Enthusiasmus an der Folter, sondern lediglich um einen militärischen Auftrag zu erfüllen und ihrem Land entprechend zu dienen.

 

 

 

Genau diese Haltung nimmt auch Kathryn Bigelow selbst ein. Sie inszeniert mit Zero Dark Thirty eine auf Fakten basierende und sehr originalgetreue Wiedergabe der Jagd auf den meistgesuchten Terroristen der Welt. Wer sich aber eine Wertung des Gezeigten erhofft, der wird enttäuscht werden. Nicht einmal subtil kann man eine Stellungnahme hierzu erkennen, eine solche bleibt in dem Film gänzlich außen vor.

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